Wobei das ehrlicherweise nicht immer so war. Ganz im Gegenteil. Bis vor kurzem war mein eigener Perfektionismus für mich fast so wichtig wie die Luft zum Atmen. Es musste alles immer passen. Ausnahmslos. Und um ja keine Fehler zu machen hab‘ ich alles auch immer noch einmal kontrolliert und noch einmal und mir dadurch das Leben selbst so richtig schön schwer gemacht.
Das ging soweit, dass ich, bevor ich das Haus verlassen habe, sogar noch mindestens zweimal in der Küche kontrolliert habe, ob der Herd ausgeschalten ist. Obwohl ich im Vorfeld gar nichts gekocht habe…

Irgendwann wurde mir dieses skurrile Verhalten dann aber zum Glück selbst immer mehr bewusst.
Und ich bin in einen Selbstcoaching-Prozess eingestiegen um wieder zu lernen loszulassen. Und das eigene Leben wieder in vollen Zügen zu genießen. Und es ganz besonders auch zu genießen einfach nicht perfekt zu sein. Sondern mit Spaß und Freude über meine eigenen kleinen und auch mal großen Fehler hinwegzusehen.

Und dieses Gefühl ist großartig. Ebenso wie der ganze Zeitgewinn, den ich nun habe, da ich keine Zeit mehr dafür verschwende mich selbst zu kontrollieren.

Du fragst dich jetzt vielleicht….

 

Wie man lernen kann glücklich unperfekt zu sein?

Ganz einfach… indem du lernst über dich selbst zu lachen. Und dich so anzunehmen wie du bist. Der Versuch perfekt zu sein beruht nämlich meistens darauf Angst davor zu haben Fehler zu machen. Und auch davor Dinge so sein zu lassen, wie sie nun mal eben sind. Weil wir das häufig auch so gelernt haben. Durch Fragen und dem stetig vorgelebten Verhalten unserer Eltern. „Hast du deine Hausaufgaben eh noch einmal durchgelesen… und du weißt ja… doppelt hält besser….“. Solche Glaubenssätze prägen sich dann ganz tief in unserem Gedächtnis ein und wir beginnen irgendwann selbst und freiwillig danach zu leben. Und uns das Leben zu erschweren.

Kleine Fehler machen unser Leben aber nicht weniger lebenswert. Und große Fehler, wie beispielsweise das Brennen lassen der Herdplatte, werden uns auch dann nicht passieren, wenn wir noch einen (!)  kurzen Blick in die Küche machen. Wenn die Platte da nicht mehr brennt, wird sie auch beim zweiten Blick definitiv aus sein. Den zweiten Blick können wir uns fortan also getrost sparen und…. wieder lernen so Angewohnheiten schrittweise loslassen.

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